Haltung ist hier alles. Kaum eine Szene, in der nicht ein Whiskeyglas geschwenkt oder eine Zigarette angezündet wird. Die Zigarette ist hier ein so unverzichtbares Accessoire, dass sie weder im Bett noch beim Abwasch, ja noch nicht einmal im ärztlichen Untersuchungszimmer fehlt. Sie ist ein Symbol für Drapers Welt, in der alles eine Geste ist, designt von den Werbeagenturen. Umso tiefer das Loch, in das er rutscht, als ihn nicht nur die eigene Vergangenheit, sondern auch die Zukunft einholt.
Liebe? Ein Kampagnenkonzept
Aber auch den anderen Mad Men ist die Coolness bloße Fassade. Pete Campbell (Vincent Kartheiser) versucht erfolglos, Don zu erpressen, um in der Firma aufzusteigen und damit dem Druck seiner jungen Frau und ihrer Eltern standzuhalten. Und Firmenteilhaber Roger Sterling (John Slattery), der seinen Freund Draper an Arroganz, Trinkfestigkeit und Schürzenjägerei noch übertrifft, weint sich nach einer Herzattacke in den Armen seiner unterkühlten Frau und seiner feindseligen Tochter aus.
Mad Men ist ein Sittengemälde von 1960. Die Männer der Madison Avenue sind Rockstars, Weltlenker, die soeben einen Krieg gewonnen haben und nun den Menschen erklären, was Glück ist und wie es auszusehen hat. "Was Sie Liebe nennen", doziert Draper über einem Martini, "ist von Leuten wie mir erfunden worden, um Strümpfe zu verkaufen." (...mehr)